Ein Abend unter dem Sternenhimmel: Piotr Beczała zur Saisoneröffnung der Wiener Staatsoper

Dienstag, 8. September 2026

opern_air_06_09_2026_001485 (c) Wiener Staatsoper Marcel Urlaub
© Wiener Staatsoper/Marcel Urlaub, Katharina Schiffl

Am 6. September 2026 eröffnete die Wiener Staatsoper ihre Saison 2026/27 mit der zweiten Ausgabe des „Opern Air“-Galakonzerts — einer kostenlosen Open-Air-Veranstaltung im Wiener Burggarten. Rund 10.000 Besucherinnen und Besucher waren live vor Ort, während tausende weitere die Übertragung auf der Leinwand am Rathausplatz sowie auf ORF III verfolgten. Die musikalische Leitung übernahm Marco Armiliato, der kurzfristig für den ursprünglich angekündigten Dirigenten Axel Kober einsprang.

Piotr Beczała präsentierte ein Programm, das von Andrea Chénier über Lohengrin bis hin zu Puccinis „Nessun dorma“ reichte — eine Auswahl, die die gesamte Bandbreite seines aktuellen Repertoires widerspiegelte. Sein Duett mit Asmik Grigorian, „Vogliatemi bene“ aus Madama Butterfly, zählte zu den begeistert aufgenommenen Momenten des Abends. Darüber hinaus wirkten Grigorian, Juan Diego Flórez und Ludovic Tézier mit. Das Konzert bot zugleich einen Ausblick auf die kommende Spielzeit mit Höhepunkten aus geplanten Neuproduktionen und Wiederaufnahmen der nächsten Monate.

Die Moderation des Abends übernahmen ORF-III-Moderatorin Barbara Rett und Staatsoperndirektor Bogdan Roščić. Das Konzert wurde zeitversetzt auf ORF III ausgestrahlt und ist anschließend drei Monate lang auf ORF ON abrufbar.

Rezensionen:

„Vokal präsenter von Beginn an Piotr Beczała, der heuer seinen ersten Parsifal singen wird. Differenziert und imposant wirkt er bei Un dì all’azzurro spazio aus Andrea Chénier, um über Wagners Gralserzählung aus Lohengrin später den Puccini-Hit Nessun dorma als Opernelfmeter sicher zu verwerten.“ – der Standard

„Piotr Beczała entfachte mit der Arie „Un dì all’azzurro spazio“ aus Umberto Giordanos „Andrea Chénier“ und später der „Gralserzählung“ aus Richard Wagners „Lohengrin“ Jubelstürme. Zurecht, denn so innig, mysteriös muss man die „Taube“ erst einmal vortragen. Grigorian und Beczała begeisterten auch mit dem Duett aus Puccinis „Madama Butterfly“. (…) Im von Barbara Rett und dem Direktor charmant moderierten Programm durfte „Nessun dorma“ (aus Puccinis „Turandot“) nicht fehlen, vor allem wenn der Beczała dabei ist.“ – Kurier.at

„Piotr Beczała sang in diesem Konzert eine Arie und ein Duett von Puccini sowie weitere Arien von Giordano und Wagner. Dies war eine beeindruckende Bandbreite an Komponisten für einen einzigen Sänger — und Beczała erweitert sein Repertoire kontinuierlich: Im April nächsten Jahres gibt er sein Debüt als Parsifal in Wien, bevor er die Rolle kurz darauf an der Met singen wird. Er wird dann 60 Jahre alt sein, doch Beczała beweist eindrucksvoll, dass Alter nur eine Zahl ist — er ist ein entspannter, offener und kommunikativer Sänger, ganz gleich was er singt, sei es Giordanos mitreißendes ‚Un dì all’azzurro spazio‘ aus Andrea Chénier oder Wagners offenbarungsreiches und jenseitiges Lohengrin-Gralserzählung (‚In fernem Land‘). Beide Stücke profitierten von Beczałas klarer Diktion, verfeinerten Phrasierung und leuchtendem Gesang. Und dass seinem Singen eine altmodische Qualität innewohnt, war in seinem prachtvollen — und Pavarotti-ähnlichen — abschließenden ‚Nessun dorma‘ zu hören. Sowohl Beczała als auch Grigorian waren in absolututer Hochform im leidenschaftlichen Duett aus dem ersten Akt der Madama Butterfly (‚Vogliatemi bene‘), in dem die unglückliche Heldin Pinkertons Begehren erliegt. Ich kann mich nicht erinnern, dieses Stück je schöner gesungen gehört zu haben.“ – Seenandheard-international.com

Foto: Marcel Urlaub, Katharina Schiffl